Bürgerpreis für Lebenswerk

Bürgerpreis für Lebenswerk

September 3, 2026 0 Von admin

Die politische Stimmung in Sachsen-Anhalt ist derzeit geprägt von der Landtagswahl am 6. September und der Frage: wird der Höhenflug der AfD in den Umfragen durch das Wählerverhalten bestätigt werden oder vielleicht doch nicht? 

Während diesbezüglich gehofft oder gebangt wird, läuft auf einer anderen gesellschaftlichen Ebene etwas völlig anderes:

Am vergangenen Sonntag wurde die Verleihung des Bürgerpreises gefeiert, die von Altmarkkreis Salzwedel, Volksstimme und Sparkasse Altmark West für ehrenamtlich Engagierte jährlich ausgerichtet wird. Zuvor konnten die Altmärker der Volksstimme mitteilen, wen sie in den Kategorien „Alltagshelden“, „Stille Helfer“ oder  „Lebenswerk“ für den Empfang des Preises vorschlagen. In der letzteren Kategorie erhielt Christfried Lenz die meisten Stimmen.

Die Gelegenheit, ein paar Worte an die Versammlung zu richten, nutzte er, um denn doch das gesellschaftlich zentrale Thema aufzugreifen, den Klimawandel. Er ist nicht isoliert zu betrachten, sondern Teil der vielfältigen schädlichen Auswirkungen, die die Entwicklung der Technik neben den Bequemlichkeiten mit sich bringt.“Früher schützte uns die Technik vor der Natur, heute muss die Natur vor der Technik  geschützt werden“, war der Nenner, der sofort intensive Zustimmung erhielt. Von hier aus ließ sich gut entwickeln, dass es sich bei diesem Wechsel um eine sehr umfassende Umstellung handelt, die bei nicht Wenigen auch Ängste hochbringen kann. Zur Stimme solcher Angst hat sich die AfD gemacht. Für Lenz steht das A in ihrem Namen nicht für „Alternative„, sondern für „Angst„. Er bezeichnete die AfD als „Eintagsfliege“, da sie die entscheidenden Themen nicht anpackt, sondern sich um sie herum drückt, was nicht dauerhaft gelingen kann. Zu all dem gab es kräftige Zustimmung.

Lenz verteilte ein Flugblatt, in dem zusätzlich hervorgehoben wird, dass die Erneuerbaren Energien nicht nur klimafreundlich und die preisgünstigste Art der Stromerzeugung sind, sondern auch unabhängig von internationalen Konzernen machen, auf die man angewiesen ist, wenn man an fossilen Brennstoffen und Uran festhält. „Hier stoßen wir auf den internen Hauptwiderspruch der AfD: Sie redet viel vom ‚deutschen Volk‘, will dieses aber in Abhängigkeit von ausländischem Großkapital halten, anstatt die Energiewende zu unterstützen, von der der deutsche Mittelstand profitiert.“

Auch die Migration wird im Flugblatt beleuchtet:
„Heute kommen sie zu uns. – Aber erinnern wir uns doch mal: zuerst sind wir zu ihnen gekommen, nicht als Hilfsbedürftige, sondern als Herrscher! Durch überlegene Waffen- und sonstige Technik haben wir Europäer – der „Weiße Mann“ – uns zur Vorherrschaft über den gesamten Rest der Welt aufgeschwungen. Als Kolonialherren haben wir uns Rohstoffe angeeignet, haben den „Eingeborenen“ eine Wirtschaftsweise aufgezwungen, die unseren Interessen dient.Viele Jahrtausende hatten die Völker in Amerika, Afrika, Australien, Asien im Einklang mit der Natur nachhaltig gelebt. Mit den „Segnungen“ unserer Zivilisation haben wir das in ein paar Jahrhunderten zunichte gemacht. Dass es vielerorts einen namenlosen Hass auf das „Christliche Abendland“ gibt, ist nicht verwunderlich.

Dass aus Gebieten Afrikas, wo es heute keine Existenzmöglichkeiten mehr gibt, Menschen ihr Leben aufs Spiel setzen, um  in Europa vielleicht eine Chance zu erhalten, ist völlig normal. Jeder von uns würde in solcher Situation genauso handeln. Wer es missbilligt, dass angeblich kriminelle „Schlepperbanden“ Afrikaner übers Mittelmeer nach Europa bringen, sollte sich vielleicht auch mal daran erinnern, dass wir Europäer es waren, die die Afrikaner schon einmal auf Seereisen brachten. – Und zwar Millionen von ihnen! Wie Stückgut haben wir sie gestapelt. In überfüllten Lastenseglern lagen sie wochenlang angekettet in ihren eigenen Fäkalien. Wer die Horrorfahrt überlebte, „durfte“ in Amerika den Weißen als Sklave dienen. Klar ist aber auch: die Problematik kann nicht dadurch gelöst werden, dass sämtliche Afrikaner nach Europa überwechseln. Die Problemlösung besteht darin, dass wir es als unsere verdammte Pflicht und Schuldigkeit erkennen, die Afrikaner dabei zu unterstützen, die Zerstörungen in ihrem Land, für die wir verantwortlich sind, zu heilen. Ohne dass der Weiße Mann die Verantwortung für die von ihm angerichteten Schäden anerkennt und ihre Heilung angeht
, ist kein Weltfriede möglich. Das ist eine existenzielle Gesetzmäßigkeit.“

Dass die beiden Volksstimme-Redakteurinnen, die die „Laudatio“ im Wechselgespräch vortrugen und den Zeitungsbericht schrieben, auch Anstößiges nicht ausklammerten und klar machten, dass Lenz seine Meinungen und sein Handeln weder vom Zeitgeist noch von der Obrigkeit beeinflussen lässt, gehört zu den Dingen, die man bei dieser Preisverleihung doch als „sehr speziell“ bezeichnen möchte.

Lenz‘ Fazit zur Veranstaltung: „Gemeinsam weitermachen – es ist nicht aussichtslos!“


Beitrag in der Volksstimme am 31.8.2026:

Christfried Lenz

Volksstimme Online 30.08.2026:

Ehre für einen Mann, dem die Umwelt und Natur alle bedeuten
https://www.volksstimme.de/lokal/salzwedel/ehre-fur-einen-mann-dem-die-umwelt-und-natur-alle-bedeuten-4310651